Knapp 600 Bewerbungen hat das Bundesprogramm „XENOS – Integration und Vielfalt“, mit welchem vor allem auf die Ausgrenzung und Diskriminierung bestimmter sozialer Milieus und gesellschaftlicher Randgruppen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft reagiert wird, im Bewerbungszeitraum aus ganz Deutschland erhalten. Ein Fünftel der Bewerbungen wurde ausgewählt und die einzelnen Projekte werden nun gefördert, darunter sind auch vier aus Thüringen. Eine der aus Thüringen geförderten Projektideen kommt vom Verein Provinzkultur e.V. mit Sitz im südthüringischen Suhl, der sich als Projektträger mit drei weiteren Institutionen zusammengeschlossen hat. „Thüringer(KULTUR)Wald“ heißt das Verbundprojekt, welches von 2012 bis 2014 im Rahmen des XENOS-Programms „Integration und Vielfalt“ durchgeführt und durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert wird, „und der Thüringer Wald bildet, wie der Name schon sagt, auch die territoriale Kulisse für das anspruchsvolle Projekt“, erklärt Claudia Neukirchner, Vorsitzende des Vereins. „Wir haben uns riesig gefreut, als wir die Förderzusage erhalten haben, weil wir einen hohen ehrenamtlichen Aufwand in die Konzeption der Projektidee und in die Antragsstellung gesteckt haben. Wir sind uns aber auch bewusst, dass nun eine gewaltige Menge Arbeit auf uns wartet, die Projektinhalte auch umzusetzen.“ Teilprojektpartner sind der Suhler Sportbund e.V., die Stiftung „Jugend bleibt in Thüringen“, die in Rudolstadt sitzt, und das Unternehmen DuvierConsult GmbH aus dem sächsischen Chemnitz. Durch die Förderung des Projektes wurde es möglich, über drei Jahre fünf Arbeitsplätze zu schaffen. Ziel des „Thüringer(KULTUR)Waldes“ ist es, im Förderzeitraum durch die Umsetzung der Projektinhalte das regionale Selbstvertrauen zu stärken und darüber hinaus schwer vermittelbare Jugendliche, Erwachsene, sowie Menschen mit Behinderungen durch Kunst-, Kultur- und Sportprojekte sowie Praktika in die Zivilgesellschaft zu integrieren und auf das Berufsleben vorzubereiten. So sollen beispielsweise in den Kommunen Suhl, Hildburghausen, Sonneberg und deren ländlichem Umfeld sowie in der ostthüringischen Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel jährlich wiederkehrende zeitlich und inhaltlich kombinierte integrative Sport- und Kulturfestivals stattfinden. Dabei sollen Ergebnisse zuvor durchgeführter Workshops im Bereich Bildende Kunst, Fotografie und Literatur präsentiert werden und regional tätige Kunstschaffende und Schriftsteller/innen in die Projektumsetzung eingebunden werden. Ferner geht es um den Aufbau integrativer Sportgruppen, beziehungsweise die Ausweitung bereits bestehender Verbindungen auf ganzheitliche Familienverbünde. Speziell in Uhlstädt-Kirchhasel wird zudem die Revitalisierung brachliegender Landwirtschaftsflächen und die geplante Symbiose traditioneller Kultur mit modernen gesellschaftlichen Kulturformen eine wesentliche Rolle spielen. Die wissenschaftliche Begleitung sowie die Zielsteuerung des gesamten Projektes wird durch das Chemnitzer Unternehmen DuvierConsult GmbH gewährleistet, welches auf eine mehr als 15-jährige Erfahrung in der Organisation und Durchführung von EU-geförderten Vorhaben verweisen kann. Die Projektbeteiligten erhoffen sich durch den „Thüringer(KULTUR)Wald“ Auswirkungen auf die kulturelle Vielfalt im ländlichen Raum, den Abbau von Vorurteilen jeglicher Art in Verbindung mit Ressentiments gegen Minderheiten, die Identifikation der Einwohner mit der Region, in der sie leben und nicht zuletzt auch auf die weitere Entwicklung des Kulturtourismus im Thüringer Wald und die Stärkung der Kreativwirtschaft in der Gebietskulisse.

Interessenten für eine Zusammenarbeit können sich gern beim Provinzkultur e.V. melden.

Am:
April 2012